Allen Widrigkeiten zum Trotz

Engineering

Trotz des verheerenden Wirbelsturms Sandy wurde die neue US-Zentrale von Bayer HealthCare in nur 14 Monaten Bauzeit fertiggestellt. Dies war nur dank des außergewöhnlichen Engagements aller Beteiligten möglich, die den widrigen Umständen die Stirn boten

Die neue US-Zentrale von Bayer HealthCare in Whippany
In etwas mehr als einem Jahr gebaut: die neue US-Zentrale von Bayer HealthCare in Whippany im Bundesstaat New Jersey

Das muss man sich mal vorstellen. Ende Oktober 2012 fegt der Hurrikan Sandy mit Windgeschwindigkeiten um 150 Kilometer pro Stunde auch über den US-Bundesstaat New Jersey hinweg. Viele Gebäude werden zerstört, fast eine Million Häuser ist anschließend ohne Strom. Auch die gerade erst zwei Monate alte Baustelle für die neue US-Zentrale von Bayer HealthCare in Whippany, westlich von New York City, ist von dem Wirbelsturm betroffen. So fehlt vorübergehend der Strom, Betonmischmaschinen bleiben außer Betrieb. Außerdem haben viele der Bauarbeiter ihre privaten Unterkünfte verloren und leben angesichts einer verwüsteten Nachbarschaft zeitweise völlig improvisiert in Zelten. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der es rasch vorangehen soll. Schließlich weiß man, dass das Gebäude im Oktober 2013 eröffnet und bezogen werden soll.

Ein Jahr Bauzeit ist für ein 300-Millionen-US-Dollar-Projekt eine extrem kurze Zeit. Doch die Projektleiter von Bayer Technology Services Rob McElhany und Egbert Heinze werden von einem hochmotivierten Team aus Bayer-Kollegen und Mitarbeitern von Fremdfirmen tatkräftig unterstützt. „Obwohl viele nach dem Hurrikan privat in Provisorien lebten, haben sie mit Hochdruck und unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen weitergearbeitet“, sagt Heinze und fügt beeindruckt hinzu: „Und das auch noch mit großer Freude.“

Längst ist das Projekt für den Berliner abgeschlossen. Trotz der Widrigkeiten lief alles nach Plan und im Rahmen des veranschlagten Budgets. Schon Ende Juni 2013 waren die ersten Kollegen in das neue Gebäude eingezogen. Der Rest folgte planmäßig im Oktober – nach nur 14 Monaten Bauzeit. Rund 2400 Mitarbeiter von Bayer HealthCare teilen sich seither eine Gesamtfläche von 65000 Quadratmetern. Die Open-Space-Büros verteilen sich dabei auf zwei separate Gebäude. Diese sind durch ein 25 Meter hohes, gläsernes Atrium verbunden. Dessen Statik wurde für die Planer zu einer ganz besonderen Herausforderung. „Die Konstruktion erfolgte ohne jede Stützen, musste also selbsttragend sein“, erklärt Heinze. „Am Ende haben wir das mit riesigen, über 350 Kilogramm schweren Glasscheiben gelöst, die jeweils über Spezialkleber miteinander verbunden wurden.“

Sowohl bei der Architektur selbst als auch bei den verwendeten Baumaterialien achtete das Projektteam immer auch auf Aspekte wie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Das belegen mehrere sogenannte LEED-Zerifikate, die es für das Gebäude gab. LEED steht für Leadership in Energy and Environmental Design und ist ein in den USA gebräuchliches Bewertungssystem für Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit im Bauwesen.

Bayer HealthCare hat mit der neuen US-Zentrale die bisherigen Standorte in Morristown, Montville und Wayne (alle New Jersey) und Tarrytown (New York) teilweise aufgelöst und zusammengelegt.

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